Migration Lotus Notes zu Exchange

Ich habe eine Vorab-Version der Notes zu Exchange Migration Software von Netmail in die Finger bekommen. Grund genug mal zu schauen, was Netmail anders macht als der Platzhirsch.

Netmail hat sich bereits bei Groupwise zu Exchange Migrationen zum führenden Produkt gemausert, denn der Ansatz ist völlig anders als der von anderen Email-Migrationslösungen auf dem Markt.

Gucken wir uns das mal Schritt für Schritt an um einen Vergleich zu ziehen.

Um zu vergleichen gehen wir mal von einem Unternehmen mit 1.000 Postfächern aus die zu Exchange migrieren. Durchschnittlich haben die Postfächer 2 GB. Also ein Gesamtvolumen von 2 TB.

Bei meinem Beispiel lasse ich bewusst das ganze Projektmanagement unbeachtet und konzentriere mich nur auf die Umsetzung.

Aufbau der Migrationsumgebung:

Der übliche Weg beim den Vorbereitungen ist:

  • Installation der Windows Maschinen für die Migration inkl. Storage usw.
  • Installation und Konfiguration der Migrationssoftware
  • Schaffung der Mail-Koexistenz mit Routing-Domänen
  • Aufbau der Kalender-Koexistenz (Frei-/Gebuchtzeiten) – falls erforderlich

Letztere ist sehr kompliziert, Zeitintensiv und Problemanfällig.

Die Netmail-Lösung ist da genügsamer:

  • Download der VMs* (Hyper-V oder VMWare) und Import der Maschinen
  • Konfiguration der Migrationssoftware und Storage

*Es sind mindestens zwei VMs. Ein Domino Worker und ein Exchange Worker, die sich das gleiche Storage teilen.

Stop! Wieso plane ich hier keine Koexistenz ein? Weil man mit der Netmail-Lösung bei 1.000 User eine Stichtagsmigration durchführen würde. Ich habe bereits Stichtagsmigrationen mit 3.000 Postfächer durchgeführt, mit überschaubaren Supportaufkommen am Stichtag.

Migration der Postfächer:

Mit den herkömmlichen Lösungen am Markt würde man jetzt Usergruppen für die Migration zusammenfassen und diese nach und nach migrieren. Dabei werden die Daten vom Quellsystem direkt in Exchange migriert.

Sollte es Probleme beim Export eines Postfachs geben, fällt dies erst bei Migration des Postfachs auf. Auch kann die Qualität der migrierten Daten erst nach abgeschlossener Postfachmigration beurteilt werden.

Der größte Teil der Postfächer wird in das Archiv exportiert. Am Wochenende der Migration wird nur der Zeitraum migriert, der Schlussendlich im Exchange landen soll.

Beispiel zur Verdeutlichung:

In 5 Jahren Nutzung ist mein Postfach auf 6 GB angewachsen. Bei der Planung der Migration in Exchange ist die Entscheidung gefallen, nur die letzten 6 Monate ( ~  1 GB) von Mails in Exchange zu belassen. Die restlichen 4,5 Jahre (5 GB) sollen archiviert werden.

Andere Lösungen würden jetzt die 5 Jahre und 6 GB in Exchange importieren und anschließend die 4,5 Jahre archivieren. Da Exchange-Datenbanken aber nicht schrumpfen (ESEUTIL lasse ich jetzt mal aus), belaste ich meinen Speicher unnötig.

Schauen wir es uns mal mit den Zahlen aus unserem Beispiel in einem realistischen Szenario an:

  • 1.000 Postfächern mit 2 TB Maildaten
  • Datenbankverfügbarkeitsgruppe (DAG) mit gespiegelten Datenbanken
  • Datensicherung
  • falls die Umlaufprotokollierung nicht aktiviert werden kann, auch noch Transaktionsprotokolle

In Zahlen bedeutet dies 2 TB Postfachdaten + 2 TB Spiegelung + 2 TB Backup = 6 TB. Ich muss also für die Migration 6 TB zur Verfügung stellen, und den Speicherbedarf der Log-Partition für die Transaktionsprotokolle rechne ich noch nicht mal mit ein.

Mit dem Netmail-Lösungsansatz würde ich die 4,5 Jahre in das Archiv übertragen und könnte schon mal vorab die Qualität des Exports beurteilen. Am Migrationswochenende exportiere ich das letzte halbe Jahr und importiere es in Exchange. In Zahlen würde es bedeuten, dass ich ca. 400 GB in Exchange übertrage + 400 GB Datenbankspiegelung + Backup 400 GB = 1,2 TB.

Doch genug jetzt von der Theorie und kommen wir noch mal zurück zur Notes Migration:

Die erste Änderung die mir auffällt, ist dass es keinen Notes Worker als dedizierte VM gibt. Die Software wird direkt auf den Domino Server installiert. Auch fällt mir die GUI auf, die nicht im typischen Netmail Design ist.

Koexistenzmanager

 

Ansonsten läuft alles wie gehabt. Die Postfächer werden in ein Archiv-Share exportiert und von dort werden die Daten per Exchange Worker in Exchange oder Office 365 migriert.

Was mich aber überwältig hat, ist die Geschwindigkeit des Exports. In meiner Testumgebung habe ich 6 GB Daten in 22 Sekunden abgezogen. Das ist wohl der Vorteil, wenn man die Daten direkt von der Datenbank abzieht und nicht auf den Notes-Client als Schnittstelle angewiesen ist. Ob die Geschwindigkeit auch in der RTM Version erreicht werden kann, bleibt abzuwarten. Die RTM Version soll in wenigen Wochen zur Verfügung stehen.

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